Was ist ein Pumpspeicherkraftwerk?
Pumpspeicherkraftwerke stellen die derzeit einzige ausgereifte Technik dar, regenerativen Strom in großen Mengen zu speichern. Dies ist notwendig um Schwankungen in Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen.
Ein Pumpspeicherkraftwerk sorgt dabei dafür, dass in jenen Zeiten, in denen das Angebot an Strom groß und der Bedarf gering ist, Wasser von einem Unterbecken in ein höher gelegenes Oberbecken gepumpt wird. Dieses Wasser steht dann in Zeiten großen Strombedarfes, aber auch in jenen Zeiten in denen erneuerbare Energieträger (Wind und Photovoltaik) nur geringe Beiträge liefern, für die Erzeugung von wertvoller umweltfreundlicher Ausgleichs- und Regelenergie zur Verfügung.
Pumpspeicherkraftwerke gewährleisten so eine sinnvolle, nachhaltige Stromerzeugung und reduzieren die Stromimporte zu Spitzenverbrauchszeiten.
Warum brauchen wir Energiespeicher?
Der Ausbau erneuerbarer Energie ist - neben Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zum Energiesparen - für die Erreichung der ambitionierten Klimaziele in den EU-Länden unabdingbar. Speziell Sonne und Wind stehen aber nicht immer dann im erforderlichen Ausmaß zur Verfügung, wenn sie für die Stromproduktion benötigt werden. Den Ausgleich zwischen Energieüberschuss und Engpässen schaffen Pumpspeicherkraftwerke. Sie können elektrische Energie speichern und im Bedarfsfall effizient, umweltfreundlich und rasch ins Stromnetz einspeisen.
Die Donaukraftwerk Jochenstein AG möchte mit der Erweiterung des bestehenden Donaukraftwerks durch ein Pumpspeicherkraftwerk, einen weiteren Beitrag zur CO2-Reduktion und zu einer nachhaltigen Energiezukunft leisten. Dieser Energiespeicher soll künftig ein wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller Beitrag für die Versorgungssicherheit in den Regionen sein.
Wie viel Strom wird der Energiespeicher Riedl erzeugen?
Das Pumpspeicherkraftwerk hat eine Leistung von 300 MW. Diese Leistung entspricht jener von 150 Windkraftanlagen der 2 MW-Klasse (typisch für On-shore-Anwendung).
Was ist besonders am Standort Gottsdorf-Riedl?
Die Bedingungen am Standort Gottsdorf-Riedl eignen sich gut für die Realisierung eines Pumpspeicherkraftwerks. Die vorhandene Infrastruktur am Kraftwerk Jochenstein sowie die Rahmenbedingungen mit der natürlichen Geländemulde in Gottsdorf-Riedl ermöglichen eine Umsetzung, die möglichst wenig in Natur und Landschaftsbild eingreift. Bereits im Staatsvertrag von 1952 wurde aus damaligen Standort-Erkenntnissen heraus eine Erweiterung des Jochensteiner Donaukraftwerks um einen Energiespeicher optioniert.
Wie wichtig ist eine sichere Stromversorgung?
Die Verfügbarkeit von Strom gehört zur Infrastruktur und somit zu den Voraussetzungen, die einen Wirtschaftsstandort erst attraktiv machen. Verfügbarkeit heißt Netz, Strom und ein vernünftiger Preis, weil die Höhe der Infrastrukturkosten die Höhe der Produzentenpreise mitbestimmen und damit einen wichtigen Stellenwert für die Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Volkswirtschaft hat. Es war nach dem Zweiten Weltkrieg unsere Aufgabe und ist es auch heute noch, eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten.
Wie tief liegt das Kraftwerk im Berg?
Das Kraftwerk ist rund 350 Meter tief im Berg.
Wohin wird der Strom geliefert, der durch den neuen Energiespeicher erzeugt wird?
Ein zweistaatlicher Vertrag zwischen Bayern und Österreich regelt, dass der Strom jeweils zur Hälfte Bayern und Österreich zur Verfügung gestellt wird.
Werden einheimische Firmen mit einbezogen?
Im der DKJ zugrunde liegenden Regierungsübereinkommen (Staatsvertrag) ist eine gleichmäßige Verteilung der Investitionen auf die beiden Länder festgeschrieben. Lokale Firmen erhaltern nach Erfahrung mit vergleichbaren Projekten ca. 30 Prozent der Auftragssumme direkt oder über Subaufträge.
Welche Investitionen sind geplant?
Die derzeit vorgesehene Investitionssumme beträgt 350 Millionen Euro (Preisbasis 2009). Nicht alle Aufträge - zum Beispiel für die großen Turbinen und Pumpen - werden vor Ort vergeben werden können. Wir erwarten aber, dass ein wesentlicher Teil der Investitionssumme in der Region verbleibt.
Bei vergleichbaren Projekten konnte etwa ein Drittel der Investitionssumme in der Region gebunden werden. Dabei sind Zusatzeffekte wie Verpflegung auf der Baustelle oder Einweihungsfeier und ähnliches noch nicht eingerechnet.